"Illegitime" Hinrichtungen in Kolumbien

(Di Maria Grazia Labellarte)
10/06/19

Nicasio Martínez Espinel, Befehlshaber der kolumbianischen Armee, stand in den letzten Tagen im Zentrum einer Untersuchung New York Times nach welchen Befehlen die wichtigsten kolumbianischen Militärkommandanten die Gefangennahme und Tötung kolumbianischer Krimineller auferlegen würden. Diese Untersuchung hat viele Bedenken aufgeworfen, da sie eine mögliche Rückkehr zur Militärpolitik aufdecken würde, die in der Vergangenheit zu einer Welle von Morden geführt hätte, die Zwietracht über ein Friedensabkommen mit der FARC säen.

Espinel gab zu, den Befehl erteilt zu haben, und begründete dies angeblich damit, dass er aufgrund der Eskalation der Kriminalität im Land die Notwendigkeit einer neuen Strategie argumentierte.

Die Reaktion der Regierung auf die Untersuchung war eine Gegenanordnung, mit der Präsident Iván Duque ein Regime der Intoleranz gegenüber den Soldaten anordnete, die diese Art von Missbrauch begehen.

Bereits in den letzten Monaten berichtete Human Rights Watch (HRW), dass mindestens neun Generäle wegen Menschenrechtsverletzungen und außergerichtlicher Tötungen untersucht worden wären, die von Einheiten unter ihrem Kommando von 2002 bis 2008 begangen wurden. Soldaten haben angeblich 5.000 junge Männer getötet Kolumbianer - viele von ihnen arm oder geistig behindert - verkleiden die Leichen als Guerillas. So wurde beispielsweise Óscar Gómez, ehemaliger Kommandeur des 43. Infanteriebataillons in Vichada, am 26. Mai wegen seines Bündnisses mit dem ehemaligen paramilitärischen Chef Pedro Guerrero Castillo zu mehr als 37 Jahren Gefängnis verurteilt Knifeund für den Mord an zwei Zivilisten, die später als Guerillas gehandelt wurden.

Die jüngste Ermordung eines Kämpfers der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia - FARC) durch einen im Departement Santander tätigen Soldaten bestätigte auch, dass die Regierung langsam zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehrt. Der Mord wurde zunächst als "Unfall" gemeldet. Später wurde festgestellt, dass die beteiligten Soldaten versuchten, ein Verbrechen zu vertuschen.

Foto: US-Armee

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