Die nächste nukleare Abschreckung durch russische U-Boote

29 / 11 / 14

Das Atom-U-Boot "Alexander Nevsky" von "Borey" hat den dritten und letzten Test des geplanten Jahres mit dem Start einer Bulava-Rakete erfolgreich abgeschlossen. Dies teilt das russische Verteidigungsministerium mit (nicht ohne Anzeichen von Befriedigung nach der erhaltenen Kritik).

Die Rakete wurde gestern aus der Barentssee abgefeuert und traf das Ziel im Kura-Schießstand auf der Halbinsel Kamtschatka. Die Russen sprechen von "Test" und nicht von Einsatzraketen wie am ersten November. Zum Start der Bulava diente in diesem Fall das zweite Atom-U-Boot der 'Borey'-Klasse "Yury Dolgoruky".

Der erste der neuen Tests fand letzten September auf 10 statt. Zum Abschuss der ballistischen Rakete Bulava wird das Atom-U-Boot "Borey" der Klasse "Vladimir Monomakh" eingesetzt. Die Rakete hat das Ziel erfolgreich erreicht.

Das Problem mit der ganzen Borey-Klasse ist, dass sie nicht in Dienst gestellt werden kann, weil sie nicht über die nötige Bewaffnung verfügt.

Jede 'Borey' sollte sechzehn bis zwanzig 'Bulava'-Raketen (nur für 955U) tragen, von denen jede sechs bis zehn Mirv-Sprengköpfe hat. Acht U-Boote der Klasse "Borey" werden die russische Marine innerhalb der 2020 ausrüsten.

Die dreistufige 'Bulava'-Rakete mit dem Codenamen Nato SS-N-30 Mace ist die Marineversion der fortschrittlichsten russischen ballistischen Rakete, der SS-27 Topol-M. Es kann auch in Bewegung gestartet werden. Trägt bis zu 10-Sprengköpfen Mirv, kann Ziele in bis zu achttausend Kilometern Entfernung treffen und ist ausschließlich für die Ausrüstung von Atom-U-Booten der Borey-Klasse ausgelegt.

Trotz zahlreicher Ausfälle aufgrund von Herstellungsfehlern behauptet die russische Armee, dass es keine Alternative zu "Bulava" gibt. Aufgrund des Versagens bei der Erprobung der neuen Interkontinentalraketen "Bulava" können die "Borey" ihre Hauptaufgabe und damit die nukleare Abschreckung noch nicht erfüllen.

Die erste "Borey", die "Yury Dolgoruky" K535, trat im Januar letzten Jahres der Nordflotte bei, gefolgt von der K-550 (Projekt 955A) "Aleksandr Nevskij" Ende Dezember. Die "Vladimir Monomakh" hat nun die Seeversuche abgeschlossen, während die vierte "Borey", die "Knyaz Vladimir", seit Juli 2012 auf der Werft Sevmash in Nordrussland gebaut wird.

Der Bau des fünften U-Bootes mit Atomantrieb wird bis zum Ende des 2014 beginnen. U-Boote der Klasse "Borey" bilden das Rückgrat der strategischen nuklearen Abschreckung der Marine. Sie werden die U-Boote der Klassen Typhoon, Delta-3 und Delta-4 ersetzen.

Franco Iacch

(Foto: MoD Fed. Russisch)