Israel und die Aussichten für ein Atomkraftwerk

(Di Maria Grazia Labellarte)
30 / 04 / 19

Auf 25 Jahren liegen die Pläne für den Bau des ersten Atomkraftwerks in Israel auf den verschiedenen Verhandlungstischen, an denen Jerusalem beteiligt ist.

US-Pressequellen zufolge kontaktierte das israelische Energieministerium kürzlich das Finanzministerium mit der Bitte um Genehmigung des Vertrags eines internationalen Strahlenschutzexperten.

Vor zwei Jahren wurde eine statistische Erhebung über die Beurteilung der öffentlichen Meinung durchgeführt, ob ein Kraftwerk in einem Stadtgebiet des Staates Israel gebaut werden sollte: 70% der Befragten waren nicht bereit, in der Nähe eines Kraftwerks zu wohnen im Nuklearbereich, unterstützte aber im Allgemeinen das Projekt, um eines zu bauen.

Frühere Pläne haben den Bau eines Atomkraftwerks an die Israel Electric Corporation (IEC) delegiert, die einst Monopolistin und heute der größte Stromversorger in Israel ist. Die Anlage, die im südlichen Teil des Negev installiert werden soll, hätte eine Produktion von 1.300-Megawatt gehabt. Eine spätere Reform stellte jedoch fest, dass die IEC kein Monopol auf die Energieerzeugung in Israel mehr hatte, was auch für Privatpersonen erlaubt war.

Kernkraftwerke, die auf thermische Energie angewiesen sind, gelten als kohlenstoffarme Energiequelle, ähnlich wie Wind- und Sonnenenergie.

Vor zehn Jahren hat sich Israel das Ziel gesetzt, 5% Ökostrom durch 2014 und 10% durch 2020 zu erreichen, erreicht aber derzeit nur 6%.

Heute stammt der 70-Anteil von Israels Strom aus Erdgasfeldern im Mittelmeer. Die Regierung plant, diese Zahl auf 80% zu erhöhen und den Rest mit erneuerbaren Energiequellen zu integrieren.

Ein Atomkraftwerk würde die Stromquellen im Land diversifizieren, den Bedarf an Gaskraftwerken reduzieren und Israel die Möglichkeit geben, mehr Gas zu exportieren, so eine maßgebliche Quelle in der jüdischen und amerikanischen Presse.

Das Energieministerium beabsichtigt daher, die entsprechenden Empfehlungen für das Kraftwerk in den nächsten 18-Monaten vorzulegen, wiederum gemäß den am Projekt beteiligten Quellen.

Es gibt jedoch mehrere Projekte, die Israel als Energieexporteur sehen. Wir erinnern uns unter anderem an die East MED - die Anlage, mit der Gas von israelischen Offshore-Feldern nach Europa transportiert wird, wurde umbenannt. Schätzungen zufolge wird 12-16 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr liefern, wenn es betriebsbereit ist.

Der Abschluss des Projekts ist für den 2025 geplant. Laut israelischen Analysten wird die Pipeline Israels Erdgasexportpotenzial erheblich steigern, indem es zur Stärkung der Position des jüdischen Staates als aufstrebende Energiemacht beiträgt.

Foto: Emmelie Callewaert